Lieb-dein-Haustier-Tag

Heute ist „Liebe-dein-Haustier-Tag“ und auch wenn es manchmal nicht so klingt, habe ich das kleine schwarze Ding doch fürchterlich in mein Herz geschlossen. Vielleicht liegt das auch einfach an der Mischung zwischen Genie und Wahnsinn, die er in sich vereint.

Dieses Wochenende hat er sich beispielsweise verhalten wie ein Engel- nun gut, ein schwarzer Engel, aber wir wollen ja nicht pingelig werden. Er hat keinen Unfug gemacht, immer gefragt, ob er auf die Couch darf, ist freiwillig ohne große Diskussion auf seinem Kissen geblieben, hat nicht an der Leine gezogen, hat sich sogar bei meinen Eltern schnell runtergefahren, hat nicht gequengelt und gequietscht und einfach viel geschlafen. Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, dann das er immer so wäre. Und trotzdem bleibt da dieses ungute Gefühl. In 100% der Fälle, macht er nach so guten Tagen immer irgendeinen Mist. Ich warte also, was er sich diesmal einfallen lässt und bin auf das Schlimmste gefasst.

Aber ich schweife vom Thema ab. Eigentlich wollte ich schreiben, was ich toll an Moppel finde. Tatsächlich mag ich sogar ziemlich viel an ihm.
Ich liebe sein Aussehen. Das Fell ist einfach nur weich und flauschig und glänzt in der Sonne in den unterschiedlichsten Farben. Seine riesigen Fledermausohren verraten immer, wem oder was er gerade seine Aufmerksamkeit schenkt und seine großen Kulleraugen können den Dackelblick besser als jeder Dackel. Seine schwarze, feuchte Nase mit der er sich immer von hinten anschleicht, um an den Arm zu stupsen, um gestreichelt zu werden- wie oft er die schon beim Niesen mit voller Wucht auf den Boden gerammt hat. Ich liebe seinen Wuschelschwanz, auf welchen er manchmal aus Versehen tritt und dann nicht mehr weitergehen kann. Und natürlich sein ganz besonderes Highlight: die kurzen Ständerchen. Die sind so kurz, dass sein Bauch immer schmutzig ist nach den Spaziergängen und dass er seinen Kopf auf den Boden legen muss, damit er sich das Gesicht kratzen kann.

Ich liebe seine Intelligenz und seinen Tatendrang. Auch wenn ich mich oft frage, wie dieser Hund intelligent sein kann, weil er ein Tollpatsch hoch zehn ist, so lernt er doch viele Dinge sehr schnell. (Die Nutzung von Cavalletti-Stangen möchte ich an dieser Stelle einfach ausnehmen. Der Hund kann ja nicht alles können.) Am liebsten lernt er Unfug, der für seine Erziehung vollkommen unnütz ist. Außerdem findet er an allem Spaß, was er mit seinen Menschen anstellen kann. Ich habe mich mittlerweile durch fast alle Kurse in der Hundeschule getestet und er war immer voll motiviert dabei und hatte einfach nur Spaß.  Dabei ist es vollkommen egal, ob er das Fahrrad ziehen, Trailen, Apportieren oder Tricks lernen soll. Natürlich jagt er am liebsten nur seinem Dummy hinterher ohne große Aufgabe dahinter, aber dann soll er das halt tun. Er könnte ja auch sitzen bleiben und sich denken: „Nee. Jetzt habe ich keine Lust mehr. Hol das Ding doch alleine.“, aber das tut er nicht.

Ich liebe seine Freundlichkeit. Ja, bei Moppel handelt es sich wirklich um einen freundlichen Hund. Vielleicht trifft das nicht auf Fremde oder Hunde zu, aber auf uns. Er weiß ganz genau, wann er auch mal für uns da sein muss oder wenn es besser ist auch mal alles aus der Ferne zu beobachten. Jedes Mal wenn Moppel und Benni  rangeln und Benni schließlich das Spiel beendet, hört Moppel auf und leckt ganz geduldig und sorgfältig über Bennis „Wunden“.

Und ich liebe ganz viele andere Kleinigkeiten an ihm. Wie er austritt, wenn ich ihn am Fuß kitzel. Wie er im Schlaf schnarcht und träumt. Wie er sich ganz ehrlich und aufrichtig freut, wenn ich nach Hause komme. Und diese Liste könnte ich noch ewig weiterführen.

Aber ich bin kein Mensch, der allen anderen erzählen muss, wie toll der eigene Hund ist. Das weiß ich für mich, aber ich weiß auch, dass er wirklich ein kleiner Arsch sein kann. Eine Mini-Monster sozusagen. Ich finde es wichtig, dass man auch die Schwächen des eigenen Hundes kennt, denn nur dann kennt man ihn richtig. Wenn ich erzählen würde, wie toll Moppel erzogen ist, dann würde ich mich nur belügen. Er ist ein kleiner Chaot und Dinge, die tausend Mal geklappt haben, gehen beim nächsten Mal schief.

Ich finde es auch wesentlich sympathischer sich mit anderen Hundemenschen über die Schwächen, Fehler und Missgeschicke des eigenen Hundes zu unterhalten. Zum einen ist das viel unterhaltsamer, zum anderen weiß ich selbst, wie groß die Enttäuschung über das Haustier ist, wenn man von anderen immer nur hört wie toll ihre Hunde sind. Die größten Macken kennen nämlich auch nur Frauchen und Herrchen. Ständige Vergleiche sind einfach nur anstrengend. Die Macken des eigenen Hundes zu akzeptieren ist nicht besonders einfach- Ich muss das auch erst noch lernen. Deswegen teile ich jetzt einfach Moppels Macken mit euch, damit ihr darüber lachen könnt.

Moppels große Macken

  • Er pöbelt andere Hunde an.
  • Er pöbelt Menschen an.
  • Er zieht an der Leine.
  • Er bellt, wenn es an der Tür klingelt.
  • Er jammert, wenn er Langeweile bekommt, etwas nicht nach seinem Kopf geht oder er zu lange warten muss.
  • Er bellt jeden an der zur Wohnungstür rein kommt, nur um sich eine Sekunde später den Arsch abzufreuen, dass er denjenigen kennt.
  • Er räumt den Mülleimer aus, wenn wir nicht entsprechende Sicherheitsmaßnahmen getroffen haben.
  • Allein daheim durchsucht er gerne Taschen nach etwas fressbaren.
  • Er steckt seinen Quadratschädel in jede Einkaufstüte.
  • Er stinkt. Wir waschen ihn nicht, wegen der Fettschicht der Haut blablabla. In Wahrheit quiekt er alles zusammen, sobald er in der Wanne steht. Wir haben einfach nur Angst, dass die Nachbarn den Tierschutz rufen, weil wir unseren Hund abstechen.
  • Er pupst. Wer schon mal bei -20°C Außentemperatur die Fenster aufgerissen hat, um nicht qualvoll zu ersticken, weiß wovon ich spreche.
  • Er rülpst. Vorzugsweise schön laut und wenn man selbst gerade telefoniert, damit das Telefonat möglichst schnell und peinlich berührt beendet wird.
  • Er träumt. Am allerliebsten, wenn die beiden Menschen im Bett gerade eingeschlafen sind. Dann aber laut quiekend.
  • Auf Spaziergängen sammelt er mit seinem Schwanz Souvenirs. Seine Favoriten sind: Kletten, Zweige und Laub.

Moppels kleine Missgeschicke

  • Er hat sich eine Milchpackung gerissen, um hinterher festzustellen, dass er laktoseintolerant ist.
  • Er hat mühsam gebackene Star Wars-Kekse gefressen. Dazu hat er einen Stuhl quer durch die Küche geschoben, um an die Arbeitsplatte zu kommen.
  • Er hat mich beim Trailen im Wald nicht gefunden- ich glaube das war mit Absicht.
  • Er hat auf die Couch gekotzt.
  • Er ist in fremde Hundekacke getreten und hat alles in der Wohnung verteilt.
  • Er hat unserer Hundetrainerin Futter aus der Jacke geklaut (Das ist mir immer noch peinlich.)

 

Und jetzt geht zu euren Haustieren und habt sie nicht nur einen Tag lieb sondern 365 Tage im Jahr und im Schaltjahr 366 Jahre. Vergesst nicht, dass ihr nicht wisst, wie lange sie noch bei euch sind!

 

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