Moppel – Der Wedding Planner

Letztes Jahr im September hat mir Benni in unserem Österreich-Urlaub einen Heiratsantrag gemacht. Moppel war natürlich in der ersten Reihe mit dabei. Allerdings fand er es seltsam, wie Benni dort kniete, während ich vor ihm saß. Deswegen hat er sich einfach mal zwischen uns gesetzt. Als Benni schließlich das Päckchen mit dem Ring auspackte, war Moppel der Meinung, er müsse gestreichelt werden. Das Ringkästchen fiel herunter. Verrückter Hund! Man könnte meinen, er würde auch einen Antrag bekommen wollen, dabei gehört das Schwarze doch zur Familie. Die gesamte Situation war trotz allem fürchterlich komisch und ich habe mich fast totgelacht. Es hat halt irgendwie zu uns gepasst. Den Ring trage ich übrigens nur selten. Nur wenn ich nicht mit dem Hund oder dem Hasen arbeite. Bei den zwei verrückten Tieren weiß man schließlich nie was passiert. Am Ende ist die schwarze Bestie zu gierig bei einer Belohnung und ich muss am Ende hinter ihm herlaufen bis er ein Häufchen macht.

Nach dem Antrag ging dann die Organisation los. Dabei gab es genau zwei Vorgaben. Erstens: Wir wollen keinen Stress, deswegen wird erst 2018 geheiratet. Zweitens: Das schwarze Stinktier muss unbedingt dabei sein. Punkt zwei könnte noch ein Problem werden…

Schnell war uns auch klar, dass wir gern eine freie Trauung wollten. Die ist wesentlich persönlicher, eine echte Alternative für alle Menschen, die nicht in eine Kirche wollen und Moppel kann dabei sein und eingebaut werden. Also organisierten wir ein Erstgespräch bei einer freien Traurednerin- erst einmal ohne Hund. Man will ja nicht direkt negativ auffallen. Wir kamen also in ihrer Wohnung inkl. Büro an. Hinter der Küchentür hörte man ein Kratzen und ein Geräusch, was definitiv von einem Hund kam, der seine Nase in den Türspalt drückte. Sie erklärte uns, dass das ihr Hund war, der immer in der Küche schläft, wenn sie Termine hat. Diesmal wollte er anscheinend aber nicht schlafen. Irgendwann kam dann die Frage, ob wir Angst vor Hunden hätten. Henry, der Australien Shepherd, wolle bestimmt nur mal kurz gucken. Sie holte ihn also und schon stand ein bunt gefleckter Junghund in der Tür, der offensichtlich Dynamit im Arsch hatte. Seltsamerweise kam uns dieser Hund verdammt bekannt vor. Auf ihre Aussage, dass sie sich wahnsinnig auf Moppel freue und er auch Henry kennenlernen könnte, musste ich aufpassen nicht laut loszulachen. Schließlich ist dieser Hund alles, was Moppel definitiv nicht leiden kann. Nachdem der Aussie dann den Rest des Gesprächs weiter gejammert hatte, erzählte ich, dass wir eine tolle Hundeschule gefunden hätten, die Moppel auch irgendwie in den Griff bekommen haben bzw. es noch versuchen. Tatsächlich kam dann raus, dass wir beide in die gleiche Hundeschule gehen. Daher kannten wir auch Henry. Als wir aus der Tür gingen, waren Benni und ich uns sehr schnell einig, dass wir unsere Traurednerin gefunden hatten. Sie passte zu uns wie Arsch auf Eimer. Aber das Wichtigste: Sie hatte auch Probleme mit ihrem Hund! Das macht sympathisch! Okay, er hat kein Problem mit anderen Hunden und rastet nicht regelmäßig aus, aber ganz ohne ist der auch nicht. Moppel hat ihn übrigens jedes Mal, wenn wir uns in der Hundeschule treffen ganz genau im Blick. Der Blick sagt: „Reiß dich mal zusammen du pubertärer Idiot, sonst bügel ich mal so richtig über dich drüber und erkläre dir wie das hier läuft!“

Anfang diesen Jahres schauten wir uns dann ein Schloss an, wo die Hochzeit stattfinden soll. Wir hatten dieses Mal wirklich Bedenken wegen der Hundefrage, da doch alles sehr schick gestaltet war. Auch hier wurden wir wieder zu einem Erstgespräch geladen. Im Schloss warteten wir schließlich im Restaurant auf die zuständige Dame. Alles war so perfekt, aber sollte Moppel nicht dabei sein können, so würde diese Location nicht in Frage kommen. Wir saßen also dort, als wir auf einmal ein Tappeln hörten. Das waren eindeutig Hundepfoten auf Parkett. Benni beugte sich in seinem Stuhl leicht nach hinten, um besser sehen zu können. Das Ergebnis überraschte: Da waren zwei Chihuahuas. Die zuständige Dame begrüßte uns kurze Zeit später mit den Worten: „Entschuldigung, dass Sie warten mussten. Ich musste nur schnell die Raubtiere noch füttern und wegsperren. Dummerweise wollten sie heute nicht so wie ich will.“ Benni und ich grinsten uns nur an. Die obligatorische Frage nach Moppel stellten wir trotzdem. Auch sie freute sich riesig auf Moppel und versprach ihre Hunde für diesen Tag wegzusperren.

Nachdem diese zwei Dinge geklärt waren, müssen wir uns jetzt bald um die wirklich wichtigen Dinge kümmern.

Problem 1: Die Familie
Moppel kennt große Teile von Bennis Familie nicht. Ich bin noch nicht ganz sicher, wo es mehr Probleme geben wird. Entweder bei der einzelnen Oma, die sich wie Bolle auf Moppel freut, weil sie selbst jahrelang Hunde hatte, aber leider etwas behäbig läuft. Oder die Großeltern, die Hunde grundsätzlich nicht leiden können und (denke ich zumindest) auch ein bisschen Angst vor ihm haben werden. Meine Vermutung: Er wird alle Fremden fürchterlich blöd finden. Dazu gehören dann auch die Traurednerin und die zuständige Dame vom Schloss. Die Fotografin fand er schon bei den Verlobungsfotos irgendwie beängstigend. Hier konnten wir das Problem lösen indem wir sie mit Futter ausstatteten. Übrigens hat auch die Fotografin Hunde- zwei Beagle. Der Plan ist momentan, dass Moppel vorher alle Anwesenden noch kennenlernen muss- in einem entspannten Rahmen. Mal sehen, wie wir das anstellen.

Problem 2: Die Kinder
Moppel mag keine Kinder. Sie sind alles, was er nicht leiden kann, aber vor allem unkontrolliert und sie starren. Dummerweise ist Benni im Dezember Onkel geworden. Der Super-Gau! Ein 1,5 jähriges Kind, was gerade angefangen hat zu laufen und Moppel wahrscheinlich für ein riesiges Plüschtier hält. Dazu kommt noch, dass Moppel Bennis Schwester nicht leiden kann. Warum bloß? Er ist halt ein sehr schlauer Hund. Also wurde die Entscheidung getroffen, dass alle Kinder ausgeladen werden. Jetzt muss diese Entscheidung nur noch der Familie mitgeteilt werden.

Problem 3: Moppels Ruhepol
Ich bezweifel stark, dass Moppel an diesem Tag auch nur ansatzweise runterfahren kann. Zwar darf er zum Essen in seine Box, aber auch den Rest des Tages braucht er immer mal Ruhe. Und wir brauchen eine Person, der wir Moppel im Zweifel auch einmal kurz anvertrauen können. Meine Eltern? Aufgrund der vielen fremden Personen lieber nicht. Die Trauzeugen? Wäre eine Option, aber beide hatten ihn noch nie alleine an der Leine und ich habe das dumme Gefühl, dass er sie nicht so richtig ernst nimmt. Bennis Familie? Nein! Manche von ihnen mag er nicht. Die anderen kennen ihn nicht gut genug. Franzi! Hast du Zeit? 😉

Problem 4: Das Training
Wir müssen im nächsten Jahr noch so einiges an seinem Grundgehorsam tun! Das Fuß laufen muss noch besser werden. Es ist schon ganz gut, aber in diesem Fall sind die vielen Fremden die Bombe, die neben uns hoch geht und er die Ruhe bewahren muss. Außerdem soll er ohne Leine geschickt werden können ohne, dass er zwischendurch abbiegt und jemanden anpöbelt oder sich den Hintern abfreut, dass er meine Eltern und Großeltern sieht. Und nebenbei muss er auch noch einen Korb tragen. Den sollte er auch nicht irgendwo stehen lassen.

Problem 5: Moppels Outfit
Moppel soll an diesem Tag natürlich ganz besonders aussehen. Moppel trägt ja standardmäßig (Er ist Barney!) einen schwarzen Anzug mit weißem Hemd. Benni findet ihm so am Schönsten. Meine Mutter möchte Moppel gern eine kleine weiße Weste nähen. Als ob dieser Hund eine weiße Weste hat! Seine Weste ist so schwarz wie sein Fell. Ich hätte gern, dass er eine weiße Fliege trägt. Ich finde, dass ihm Fliegen besonders gut stehen.

Der größte Mist ist aber, dass sich Martin Rütter entschieden hat, seine Show in Erfurt direkt auf den Abend vor der Hochzeit zu legen. Da hab ich vielleicht etwas anderes zu tun! Unpassender wäre nur der 9.Juni gewesen. Aber wir wollen uns ja nicht beschweren! Wie sollen wir diesen Hund eigentlich jemals erziehen, wenn uns der Expertenrat fehlt.

Das war natürlich nur ein Witz. Entweder wir gehen trotzdem oder wir fahren zu einer anderen Show. Die anderen Probleme sind natürlich kein Witz. Wahrscheinlich lösen sie sich sowieso von allein, aber ich bin da halt etwas ängstlich.

Alles wird gut! Für Tipps und Hinweise bin ich natürlich trotzdem sehr dankbar!

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Micha Ela sagt:

    Erst einmal herzlichen Glückwunsch! Uns war es auch wichtig, dass unser Hund bei der Hochzeit integriert wird. Wir haben sogar eine Pfarrerin gefunden, für die es in Ordnung war, dass sie mit in die Kirche kommt – als Ringträgerin und auch während der Zeremonie. Während des Festes hat sie sich manchmal unter dem Geschenketisch, der etwas abseits stand, zusammengerollt und geschlafen. Da war auch eine Tischdecke drauf und so war sie etwas abgeschottet. Zwischendurch hat sie auch immer mal auf meiner Schleppe geschlafen 😉

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