Neujahrsvorsätze

Moppel, Benni und ich haben Silvester so verbracht, wie ich mir auch Weihnachten wünschen würde: gemütlich eingekuschelt auf der Couch mit nettem Essen und Alkohol. Leider ist ja Silvester nicht Moppels Lieblingsfest. Wahrscheinlich laufen in seinem kleinen, paranoiden Bratzschädel Filme ab, in denen jede Rakete nur ihn erschießen will. Trotz allem ist es erstaunlich gut gelaufen. Viel besser als erwartet und tausend Mal besser als die letzten Jahre.

Wir haben den Nachmittag mit einem Spaziergang im Wald verbracht. Leider begann das wirklich schlimme Knallen schon gegen 18 Uhr. Nach dem ersten Böller, einem Hechtsprung von Moppel auf die sichere Couch und mehreren missglückten Pullerversuchen direkt vor der Tür, habe ich ihm seinen Hundeloop über die Ohren gezogen. Anschließend gab es noch Eierlikör. Für Hund und Frauchen. Ein echtes Team teilt halt. Danach war es wirklich entspannt. Der Hund thronte mittig auf der Couch und ließ sich von beiden Seiten streicheln. Kein Zittern, kein Hecheln und keine verzweifelten Versuche in seine Menschen reinzukriechen wie in den vergangenen Jahren. Stattdessen ist er zwischen Böllern und Raketen ab und an mal eingeschlafen. Er hatte wirklich nur 2 Teelöffel Eierlikör über den Tag verteilt! Als ich den Loop probehalber abgenommen habe, hatte ich auch direkt beim nächsten Knall einen verzweifelten Hund auf meinem Schoß sitzen. Manchmal kann die Lösung so einfach sein!

Und auf einmal war 2018 da. Irgendwie sieht es aus wie das alte Jahr und doch wird sich einiges ändern. Die Hochzeitstermine (Standesamt und freie Trauung) kommen mit großen Schritten näher und obwohl wir uns anderthalb Jahre Zeit für die Organisation gelassen haben, haben wir es doch bis zum Schluss aufgeschoben. Immerhin ist die Hochzeitsreise schon geplant. Es geht nach Norwegen! Und die Haussuche steht auch permanent im Raum. Schließlich will ich endlich weg von Jack Russell Oma und Co (Zum Artikel gehts hier).

Mittendrin statt nur dabei ist Moppel. Das kleine schwarze Tier, für das ich jedes Jahr mehr Neujahrsvorsätze habe als für mich. Bei ihm setze ich tatsächlich die meisten Vorsätze auch um. Wenn ich das bei mir auch machen würde, hätte ich längst eine Modelfigur, wäre ein Fitness-Guru und könnte jeden Tag in meinem Pool voller Geld schwimmen gehen.

Für Moppel nehme ich mir einfach nur vor, dass er sich zur Hochzeit benimmt und wir die Fahrt inkl. Fähre nach Norwegen gut auf die Reihe kriegen. Das sind wahrscheinlich die beiden größten Abenteuer 2018 für den Verrückten.

Was seine Erziehung angeht wird es langsam mau…. Selbstverständlich werden wir weiterhin zur Hundeschule gehen, wenn uns die Trainer und die anderen Hundehalter weiter ertragen. Ich habe noch wahnsinnig viele Ziele mit ihm, aber entweder gestaltet sich die Umsetzung als schwierig oder wir müssen zu Hause noch mehr daran arbeiten. Nehmen wir ein Beispiel: Ich hätte gern einen Hund, der ohne dumme Bemerkungen völlig desinteressiert an anderen Hunden vorbei gehen kann. Variante 1: Ich gehe in ein Tierheim und tausche Moppel gegen so einen gut sozialisierten, erzogenen Hund. Die Option fand Benni doof. Variante 2: Wir üben das jeden Tag mit Moppel. Selbstverständlich klappt das auf dem Trainingsgelände schon ganz gut, aber in der Hundeschule kennt er halt schon fast alle Hunde. Zu Hause kennt er die auch, aber die sind alle noch unerzogener als er. Er ist dort praktisch die LED Birne unter ganz vielen Leuchten. Man geht also spazieren, trifft einen Mensch mit Hund (Wir sind positiv und gehen davon aus, dass der Hund an der Leine ist.), der Hund rennt los, rennt weiter, irgendwann kommt das klick der ausgezogenen Flexi Leine und dann steht dieser Hund pöbelnd vor Moppel. Das ist der Moment, wo ich einen gut sozialisierten, gern auch desinteressierten Hund bräuchte. Ist er aber nicht. Also grummelt er los. Es ist ja kein Ausrasten mehr und nach 2 Metern hat er vergessen, dass da überhaupt ein Hund war, aber es ist auch noch nicht perfekt. Als Gegenmaßnahme müsste die schwarze Bestie die ganze Zeit im Fuß bleiben oder innerhalb von ein paar Sekunden von Spaßbetrieb auf Arbeit umschalten können. An beiden müssen wir wirklich noch arbeiten!

Im Großen und Ganzen ist das in vielen Bereichen so mit ihm. Alles klappt ganz gut, aber nix so, dass es mich zu 100% zufrieden stellt. Das ärgert mich, aber ich weiß ja, wer daran Schuld hat- das „Nicht-Supermodel“ am anderen Ende der Leine.

Wenn ich überlege, was noch so gar nicht klappt und Moppel komplett neu lernen muss, dann fällt mir nix ein. Sehr ärgerlich! Eigentlich hätte ich mir nämlich ein neues Projekt gewünscht. Praktisch eine Team-Building Maßnahme. Für Vorschläge wäre ich sehr dankbar!

Vielleicht zählt ja „nett zu anderen Hunden sein“ als Projekt? Also nett soll er ja immer sein, aber ich mein jetzt im Freilauf, wenn er mich nicht als Schutzschild hat, sondern selbst für seine Handlungen verantwortlich ist. Das wäre cool. Und wenn wir gerade dabei sind: Ich wünsche mir für Moppel einen weiteren Hundefreund im neuen Jahr. Letztes Jahr hat er sich mit Marla angefreundet. Ich finde ein Freund pro Jahr ist nicht zu viel verlangt. Mehr schaff ich ja auch nicht 😉

Auf der Spaß-Liste steht dafür so einiges. Ein paar neue Tricks könnten nicht schaden, Hoopers-Agility hat im vergangenen Jahr wahnsinnig Spaß gemacht, auch wenn der Aufbau doch recht mühselig war. Ansonsten machen wir mit Rallye Obedience weiter. Testen würde ich gern Frisbee- also mehr als nur die Scheibe werfen. Und Agility steht seit Jahren auf meiner Liste, aber dazu müsste ich zu einer anderen Hundeschule und das traue ich mich noch nicht oder besser- werde ich mich nie trauen.

Den Wunsch nach einem zweiten Hund habe ich übrigens auf 2031 verschoben. Bis dahin ist bestimmt auch Moppel soweit für einen hündischen Mitbewohner. Außerdem hege ich die Hoffnung, dass bis dahin eine Rasse gezüchtet wurde, die zu dem paranoiden Verrückten passt ohne, dass wir uns die letzten Haare noch raufen müssen.

Zum Schluss bin ich noch einmal mutig. Bisher wollte ich es immer nur schaffen, einmal mit meinem Hund Eis essen zu gehen. Also ohne, dass mir die Waffel aus der Hand fliegt, weil auf der anderen Straßenseite ein Hund vorbei geht und ohne, dass er die Kellnerin zum Fressen gern hat. Das habe ich weder 2016 noch 2017 geschafft. Deswegen nehme ich mir für 2018 vor einmal mit Hund essen zu gehen. In einem Restaurant oder Biergarten. Vorzugsweise ohne Gejammere und ohne Fressen des Kellners. Um es noch schwerer zu machen zählen weder Hundewanderungen noch die Hochzeit.

Dann kann 2018 ja starten- genug zu tun ist ja…

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