Die Bucket-List – Teil 2

Vor einer Woche haben wir unsere Bucket-List veröffentlicht, damit ich mir und Moppel mehr vertrauen lerne. Wie es gelaufen ist, erfahrt ihr hier…

Ich möchte mit Moppel in einem Tierfachgeschäft einkaufen gehen.
Diesen Punkt haben wir direkt am ersten Tag erledigt. Ich muss gestehen, dass ich leicht geschummelt habe, aber es muss ja noch Steigerungspotenzial geben. Als wir auf den Parkplatz von „Zoo und Co.“ gefahren kamen ist nämlich gerade ein etwas übermütiger Junghund in den Markt gegangen. Einer der in die Leine beißen lustig findet. Moppel findet so etwas nicht so lustig. Deswegen haben wir kurz gewartet bis dieser den Laden wieder verlassen hatte. Dann habe ich Benni kurz reingeschickt, um nochmal zu checken (Das war die Schummelei…) Da die Luft rein war bin ich mit Moppel rein gegangen. Ich hätte wirklich darauf wetten können, dass der Hund direkt sein „Fuß laufen“ vergisst und mich schwer atmend quer durch den Markt schleift. Tja, was soll ich sagen? Ich hätte die Wette verloren. Das schwarze Plüschtier lief ein 1a Fuß an fremden Menschen vorbei, die sich hinter Regalen versteckten und in engen Gängen warteten. Selbstverständlich war seine Nase die gesamte Zeit in der Luft und saugte leicht hörbar alle Gerüche in sich auf. In der Futterabteilung angekommen durfte er sich dann auch was aussuchen. Das tat er mit dem größten Vergnügen. An der Kasse mussten wir einige Zeit auf die Kassiererin warten. Die Zeit nutzte Moppel um zu jammern. Er wollte nämlich wissen, warum er direkt neben den unverpackten Würstchen warten muss und keine nehmen darf. Das war schon leicht peinlich. Die Kasse war auch nochmal eine absolute Hassvorstellung von mir. Allein der Gedanke, dass sich die Dame über den Tresen beugt und Moppel anguckt und der dann fürchterlich ausrastet, hat mir die Schweißperlen auf die Stirn getrieben. Ist zum Glück nicht passiert. Es gab sogar noch eine Futterprobe für Moppel, weil er so gejammert hat. Anscheinend hat sich mein Hund gut gehalten. Die Futterprobe war für Welpen. Zu guter Letzt wollte er mich dann doch noch einmal ganz kurz verarschen. Da wollte er im Vorbeigehen ein Würstchen klauen. Gut, dass ich Moppel kenne und ziemlich misstrauisch bei ihm bin…

 

Ich möchte mit Moppel eine Runde durch die Sonderausstellung in dem Museum, wo ich arbeite drehen.
Auch diesen Punkt mussten wir zügig abarbeiten, da die Sonderausstellung nur noch bis Sonntag geöffnet hatte. Normalerweise dürfen Hunde ja nicht in Museen. Da ich aber in einem Freilichtmuseum arbeite, ist es etwas anders. Das „Dorf“ mit den historischen Gebäuden kannte er schon. Die Sonderausstellung ist in einem speziellen Gebäude untergebracht. Zunächst einmal musste er meine Kollegin an der Kasse kennenlernen. Was kann man dazu sagen? Er war vorbildlich und hat seinen menschenliebenden Labbi-Anteil hervor geholt. Selbstverständlich hatte ich Wurst zum Anfüttern dabei. Kaum hatte sie sich hingekniet, hat sich der Hund in einen schwarzen wild wedelnden Plüschball verwandelt, der sonst nie gestreichelt wird. Die Ausstellung war menschenleer. Man hörte nur Moppels Gejammere. Aber auch hier überraschte er mich mit seinen Fußlauf-Künsten. Es war hier besonders schwierig für ihn, da man in einer Ausstellung noch langsamer läuft als sowieso schon. Aber er blieb bei mir und erlaubte sich keine Ausraster. Selbstverständlich wäre das Gejammer für ein anderes Museum zu viel und zu nervig, aber deswegen habe ich ja in bekannten Gewässern angefangen. Übrigens hat mich meine Kollegin hinterher noch einmal gefragt, warum ich mit meinem Hund trainieren muss. Er sei doch so lieb und gut erzogen.

 

Ich möchte mit Moppel den kleinen Bäcker an der Hauptstraße besuchen und ein Stück Kuchen kaufen.
Diese Aufgabe habe ich mir ausgesucht, da wir die Hauptstraße kreuzen müssen, um zum Bäcker zu gelangen. Die mag Moppel nämlich eigentlich so gar nicht. Allerdings hat die Hauptstraße super geklappt. Die Ampel war rot und Moppel saß neben mir, es wurde grün und er überquerte sie gemeinsam mit mir ohne zu ziehen. Überraschenderweise war der Rest des Weges etwas schwierig. Der führt nämlich durch das Wohngebiet. Dort hat unser Schwarzer schon so einige Hunde getroffen, die ihm nicht freundlich gesinnt waren. Dazu kommt, dass er ein Elefantengedächtnis hat, wenn es darum geht auf welchem Balkon oder hinter welchem Zaun Hunde leben. Er war also den ganzen Weg fürchterlich steif und hatte den Schwanz eingezogen. Er hat sich wirklich Mühe gegeben mit dem Fuß laufen und sich regelmäßig selbst korrigiert. Allerdings hat mir das noch nicht wirklich gefallen. Deswegen haben wir es an einem anderen Tag noch einmal probiert. Dieses Mal haben wir vorher eine kleine Grünfläche besucht und ihn ein paar Mal apportieren lassen, um Stress abzubauen. Es lief danach auch wesentlich besser als beim ersten Mal, auch wenn noch Luft nach oben ist. Immerhin war er nach kurzen Richtungswechseln immer wieder im Kopf bei mir. Trotzdem muss das nächste Woche unbedingt auf unsere neue Bucket-List. Es gibt also mehr Kuchen für uns!

 

Ich möchte Moppel mit zu einem Treffen/ einer Verabredung/ einem Termin nehmen.
Am Freitag hatte ich einen Termin bei meiner Psychotherapeutin. Die war glücklicherweise so freundlich und hat erlaubt das schwarze Tier mitzubringen. In der Praxis war er selbstverständlich etwas aufgeregt, aber er hat nicht rumgebellt und als er dann auf seinem Kissen lag und ein Stück Rinderkopfhaut kauen konnte, war seine Welt wieder in Ordnung.

Ich möchte mit Moppel durch eine kleine Stadt laufen.
Den Termin haben wir dann auch gleich genutzt, um den nächsten Punkt auf der Liste abzuarbeiten. Wir haben eine kleine Runde durch Bad Langensalza gedreht. Nach dem Termin waren wir erst einmal auf einer kleinen Grünfläche und haben ihn etwas Futter suchen lassen. Leider war die Leinenführigkeit nicht wirklich gut, aber er war auch fürchterlich aufgeregt. Aber wie auf unserem Weg zur Bäckerei hat er sich ab und an auch selbst korrigiert. Auf dem Weg in die „Einkaufsstraße“ haben wir dann zwei Plattnasen getroffen. Einer wesentlich größer als ein Boxer, einer etwas kleiner. Die standen dort und haben vor sich hingeguckt. Wir sind mit Moppel schon in einigem Abstand daran vorbei, aber ich bin mir zu 100% sicher, dass er die beiden gesehen hat. Aber er hat nicht reagiert. Moppel hat nicht gestarrt und ist einfach weiter gegangen. Umso näher wir der „Ladenstraße“ kamen, umso unruhiger wurde er. Wir sind dann die „Einkaufsstraße“ einmal hin und einmal zurück. In der Aufregung ist er dann in alte Muster zurück gefallen. Irgendwo in der Ferne hat ein Hund gebellt und Moppel war direkt auf „Hab-Acht-Stellung“.  Wir sind dann umgedreht. Aber es ist definitiv ein Punkt, der mir so noch nicht gefällt.

Ich möchte mit Moppel durch einen Baumarkt laufen.
Auf der Heimfahrt von Bad Langensalza haben wir einen kleinen Umweg zu Obi gemacht. Benni wollte gern noch Feuerholz kaufen. Wir sind also hochmotiviert in den Markt reinmarschiert. Die Leinenführigkeit, die auf dem Parkplatz noch zu wünschen übrig ließ, war drin auf einmal top. Komischer Hund! Hinter dem Eingang warteten schon zwei Verkäuferinnen auf uns, wovon eine ein großer Hundefan war. Sie hatte Moppel schon aus der Ferne angeschnalzt und als sie dann die Hand ausstreckte, war an Zurückhaltung nicht mehr zu denken („Die könnte ja Futter haben.“). Mein Einwand, sie möge sich wenigstens hinhocken wurde gekonnt ignoriert. Auch Bennis Wunsch, sie solle seinen Kopf nicht mit beiden Händen umschließen, wurde nicht wahrgenommen. Wir waren beide zu Salzsäulen erstarrt und warteten jede Sekunde mit einem Ausraster. Nix… er ließ sich alles gefallen und freute sich gestreichelt zu werden- das wird er zu Hause nie.  Wir haben dann noch Lammkopfhaut gekauft und sind Richtung Kasse gelaufen. Dort jammerte er in der Schlange vor sich hin. Fand er halt doof. Womit ich nicht gerechnet hatte war, dass die Kassiererin auf einmal ohne Vorwarnung ihre Kasse öffnet und auf den Gang kommt, um Moppel zu streicheln und auf ihn einzureden. Der Mann hinter uns in der Schlange hat nur die Augen verdreht. Ich kann auch nix dafür, dass mein Hund der Held der Obi-Mitarbeiterinnen ist. Wir haben eindeutig zu viel trainiert. Es war nie geplant, dass mein Hund Menschen mag. Jetzt muss ich mich ja mit denen unterhalten.

 

Ich hoffe, dass ich bis nächste Woche die Bucket-List fertig stellen kann. Es fehlen noch folgende Punkte:

Ich möchte meine Freundin Tina mit Moppel vom Bahnhof abholen.

Ich möchte mit Moppel eine Runde durch unser Wohngebiet drehen ohne Hundebegegnungen auszuweichen.

Ich möchte mit Moppel am Tierheim Erfurt trainieren.

Ich möchte Moppel mal wieder frei laufen lassen, wenn wir im Wald unterwegs sind.

 

Bisher liegen wir gut in der Zeit, auch wenn noch einige schwierige Punkte dabei sind. Drückt die Daumen, dass es so gut weiter geht.
P.S. Wir sind übrigens immernoch auf der Suche nach neuen Aufgaben! Also immer her damit!

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s